Aggressiven Kindern helfen

By 14. November 2019 November 27th, 2019 Lösungsvorschlag

Aggressiven Kindern helfen –

Ein Artikel von Patty Wipfler/ins Deutsche übersetzt von Steffi Weh.

Beißen! Schlagen! Haare ziehen! Hat dein Kind jemals ein anderes Kind angegriffen und verletzt? Oder wurde es jemals durch ein anderes aggressives Kind attackiert? Wenn deine Antwort ja lautet, heißen wir dich im „Club“ herzlich willkommen!

Fast alle von uns haben Schwierigkeiten, unsere Kinder zu verstehen und ihnen zu helfen, wenn sie andere verletzen oder wenn sie von anderen Kindern verletzt werden. Es ist ein Schock für uns, wenn unsere zarten Söhne und Töchter plötzlich zum ersten Mal jemanden beißen oder zum Beispiel etwas auf das neugeborene Baby werfen.

 

Hier sind einige Hintergrundinformationen, die dir helfen, die Aggression des Kindes zu verstehen und zu lindern, damit es sich entspannen und das Zusammensein mit seinen Freunden und Geschwistern genießen kann.

Erstens ist es wichtig zu verstehen, dass Kinder andere nicht mutwillig angreifen wollen. Sie möchten viel lieber Spaß haben und sich sicher und geliebt fühlen. Kinder können gut mit anderen Kindern spielen, wenn sie sich verbunden fühlen.

Aber wenn Kinder das Gefühl der Verbundenheit verlieren, fühlen sie sich angespannt, verängstigt oder isoliert. In diesen „emotionalen Notfallsituationen“ besteht die Möglichkeit, dass sie ein anderes Kind angreifen.

Aber: Kinder wollen nicht gemein sein. Tatsächlich unterliegen aggressive Handlungen oder Aggressionen nicht der Kontrolle des Kindes.

Zum Beispiel könnte an einem gewöhnlichen Morgen- im Kindergarten- die innere Stimme des Kindes Folgendes sagen:

„Mama ist weg. Sie liebt mich nicht – sie hat mich hastig aus dem Bett geholt und mir befohlen zu frühstücken. Dann hat sie mit dem Baby gekuschelt, aber mich mag sie natürlich nicht. Ich fühle mich schrecklich. Da kommt Joey. Er sieht glücklich aus. Wie kommt es, dass er so glücklich ist? “ Dieses Kind hat gute Eltern und wird von diesen Eltern geliebt. Aber wenn es sich nicht verbunden und allein fühlt, besteht die Möglichkeit, dass es aggressiv reagiert.

Wenn sich ein Kind sicher fühlt, zeigt es, wie es sich fühlt

Wenn es sicher genug ist, seine Gefühle zu zeigen, werden Kinder, die durcheinander sind, niemanden verletzen. Sie fühlen sich mit ihren Eltern oder Betreuern so verbunden und suchen beim nächsten geliebten Menschen Hilfe. Sie weinen und lösen dadurch den emotionalen Knoten von Angst und Trauer auf. Der Erwachsene, der zuhört und dem Kind tatsächlich erlaubt, „zusammenzubrechen“, macht ihm ein riesiges Geschenk. Es heilt die Gefühle, die ihm das Leben schwer machen und der Erwachsene gibt ihm den Raum und begleitet es mit Fürsorge und Liebe.

Wenn sich ein Kind nicht sicher fühlt, kann es durch Aggressivität um Hilfe bitten

Das Kind, das handgreiflich wird, fühlt sich eigentlich traurig, verängstigt oder allein. Wenn es aber tatsächlich im Begriff ist zu beißen, schubsen oder zuzuhauen, sieht es überhaupt nicht ängstlich aus. Seine zugrunde liegenden Ängste stellen aber das Kernstück des Problems dar. Angst raubt dem Kind die Fähigkeit, sich für andere zu interessieren. Seine von Natur aus liebevolle Art und Weise wird blockiert. Es denkt: „Niemand versteht mich, niemand kümmert sich um mich.“

Wenn du genau hinsiehst, kannst du feststellen, dass das Gesicht des Kindes starr wird und kurz bevor es sich nicht mehr unter Kontrolle hat, blitzen z.B. seine Augen.

Leider plagen diese Gefühle der Isolation alle Kinder – egal wie liebevoll und bemüht wir Eltern auch sind. Einige Kinder haben nur gelegentlich Angst und sind aggressiv. Andere Kinder haben ein beständiges Gefühl von Angst und Verzweiflung, das von Umständen herrührt, auf die niemand Einfluss hat. Kinder leiden unter Ängsten aufgrund einer schwierigen Geburt, medizinischer Behandlungen, familiärer Spannungen, dem Unglück ihrer Mitmenschen und der Abwesenheit von geliebten Menschen. Jede beängstigende Erfahrung in der Vergangenheit eines Kindes kann eine Tendenz zur Aggression hervorrufen.

Eltern und Betreuer haben die Möglichkeit, einem aggressiven Kind zu helfen. Die Aggression eines Kindes kann aber nicht durch Argumentation, Time Outs oder „logische Konsequenzen“ beseitigt werden. Der Knoten intensiver Gefühle im Kind wird nicht durch Belohnungen oder Bestrafung gelöst. Das für das Kind selbst unkontrollierbare Verhalten tritt dann auf, wenn es sich nicht mehr mit einem Erwachsenen verbunden fühlt.

 Der erste Schritt, um dem Kind zu helfen, besteht darin, das aggressive Verhalten zu stoppen, indem man sich nähert und eine liebevolle Verbindung herstellt. Als nächstes hilft das Zuhören, um den Schmerz zu heilen. Das Kind wird entweder lachen oder weinen, es kann aber auch sein, dass es zittert, schwitzt oder einen heftigen Wutanfall bekommt. Der Erwachsene bietet Nähe, Sicherheit und die Zeit, die das Kind benötigt, damit es seine empfundene Angst loswerden kann.. Das Weinen, die körperliche Anstrengung und das Schwitzen geben  dem limbischen System – dem Teil des Gehirns, welcher Alarm schlägt, wenn sich das Kind ängstigt – die Möglichkeit wieder ins Gleichgewicht zu kommen, indem diese schmerzhaften Gefühle ausgedrückt werden dürfen.

Hier sind einige einfache Richtlinien, denen du folgen kannst, um einem aggressiven Kind zu helfen. Diese Maßnahmen werden im Laufe der Zeit die Gefühle, die die Aggression auslösen, abbauen und dem Kind helfen, sich dir näher zu fühlen. So ist es in der Lage, im Spiel mit anderen Kindern flexibler zu sein.

Lerne dich und dein Kind noch besser kennen

Bitten jemanden Vertrauten, dir in einem sicheren Raum zuzuhören, während du über deine Gefühle bezüglich der Aggression des Kindes sprichst. Verletzendes Verhalten löst viele Gefühle aus – Angst, Wut, Schuldgefühle -, diese machen uns wütend und bringen uns dazu, auf eine Weise zu reagieren, die unser Kind noch mehr erschreckt. Wenn du mit einem guten Zuhörer sprechen und deine eigenen Gefühle entlasten kannst, bist du gut vorbereitet und kannst deinem Kind das nächste Mal viel besser helfen.  Wenn du mehr darüber wissen möchtest, informiere dich über Listening Partnerships.

Beobachte. Unter welchen Umständen überwältigen die Ängste das Kind? War die Mama am Abend zuvor nicht zu Hause? Gab es zu Hause vielleicht Streit? Waren viele andere Kinder da? Hat das Kind mit seinem Geschwisterkind allein in einem separaten Raum gespielt? Eigentlich kann man ziemlich schnell herausfinden, was dazu führt, wann das Kind das Gefühl der Bindung verliert und aggressiv wird.

Lass dich nicht täuschen. Gib die Hoffnung auf, dass es „diesmal nicht passieren könnte“. Mentale Vorbereitung ist wichtig. Wenn dein Kind dich plötzlich beißt, wenn ihr miteinander rauft, dann sei jedes Mal, wenn ihr auf diese Weise miteinander spielt, darauf vorbereitet, dass es die Beißattacke wiederholt.

Mache eine freundliche, aber aufmerksame „Patrouille“, um eine Verhaltensveränderung sofort zu bemerken

Bereite dich auf die Aggression vor, indem du in der Nähe bleibst. Sei nah am Kind, um zu gewährleisten, das Kind schnellstmöglich zu erreichen, falls aggressives Verhalten auftritt.

Wenn das erwartete Verhalten einsetzt, musst du nah sein, um schnell und ruhig eingreifen zu können, um zu verhindern, dass die Hand des Kindes in die Haare einer anderen Person greift, dass es dich beißt oder seine Faust die Freundin trifft.  In diesem Moment hat es nicht die Kontrolle über sein Verhalten, deshalb musst du es davon abhalten, jemand anderen zu verletzen. Du könntest z.B. sagen: „Ich kann nicht zulassen, dass du Jamal verletzt“ oder, während du die Stirn des Kindes ein paar Zentimeter über deine Schulter hältst, könntest du sagen: „Ich möchte diese Zähne nicht näher haben.“

Beende das Verhalten, und höre dann ganz offen zu

Wenn du die Aggression gestoppt hast, verbinde dich mit dem Kind. Nehme Augenkontakt auf, verwende eine sanfte Stimme und biete Körperkontakt an. Das Kind benötigt ein Zeichen, dass es sicher ist, seine Gefühle zu zeigen. Du kannst Dinge sagen wie: „Ich weiß, dass du dich nicht gut fühlst.“ „Ich bin hier und werde für Sicherheit sorgen.“ „Es sieht so aus, als ob es gerade schwer ist.“ „Niemand ist sauer auf dich“, oder, „ich möchte jetzt bei dir bleiben“. Jetzt kommen wahrscheinlich die Gefühle, die die Aggression verursacht haben, an die Oberfläche. Das Weinen und Wüten eines Kindes löst den Schmerz, der es aus der Bahn wirft. Erwarte nicht, dass dein Kind vernünftig ist. Es wird wahrscheinlich keine Worte benutzen, um dir zu sagen, wie es sich fühlt. Seine Körpersprache und Tonlage beim Weinen oder Schreien „sprechen“ jetzt zu dir. Zeige deine Liebe und Fürsorge, während du das Kind durch seinen „Sturm“ begleitest. Achte darauf, dass ihr beide sicher seid. Eine Hand am Handgelenk, damit es deine Brille nicht greifen kann, oder ein Arm um seine Taille, damit es nicht gegen deine Beine treten kann.

Während sich das Kind entlastet, kann es nicht argumentieren. Erkläre oder intellektualisiere bitte nicht das Verhalten des Kindes. Sogar sehr kleine Kinder können richtig von falsch unterscheiden. Aber wenn sie voll von schmerzhaften Gefühlen sind, haben sie keinen Zugang zu diesem Wissen. Nachdem die schmerzhaften Gefühle entlastet wurden, erinnern sich Kinder wie von selbst an die wichtigen Grundsätze, die du ihnen beigebracht hast.

Wenn du zu spät kommst und die Kinder schon handgreiflich geworden sind, entscheide, wem du zuerst zuhören möchtest

Wenn du zu spät vor Ort bist, braucht mehr als ein Kind deine Hilfe. Sorge sofort für Sicherheit. Lege deine Hand auf das Spielzeug, um zu verhindern, dass es geworfen werden kann. Öffne die Finger des aggressiven Kindes, um die Haare seiner Schwester zu befreien.

Mache keine Vorwürfe, beschäme oder bestrafe nicht. Diese Handlungen erschrecken die Kinder noch mehr und isolieren sie so weiter. Sie tragen zu den Verletzungen bei, die Kinder zusätzlich aggressiv machen.

Entscheide, wem von beiden du zuerst zuhören möchtest. Sowohl der „Täter“ als auch das „Opfer“ brauchen jetzt deine Hilfe. Du kannst am effektivsten helfen, wenn du dich abwechselnd auf jeweils ein Kind konzentrierst. Höre dem „Aggressor“ genau so viel zu wie dem „Opfer“. Und natürlich braucht das verletzte Kind jemanden, der sich um es kümmert und nachsieht, ob es ernstlich verletzt ist.

Wenn du dich auf den „Aggressor“ konzentrierst, könntest du zu dem anderen Kind sagen: „Es tut mir leid. Ich weiß, dass das weh getan hat. Ich nehme mir jetzt kurz Zeit für dich, dann muss ich nach Marla sehen und ihr helfen – sie muss ziemlich aufgebracht sein. Wenn es möglich ist, versuche, während du dich um das Aggressor-Kind kümmerst, dich in der in der Nähe des weinenden Kindes aufzuhalten.

Tue dein Möglichstes um die Schuldgefühle des Aggressors zu lindern

Es ist wichtig zu verstehen, dass Kinder, die andere verletzen, sich schuldig fühlen. Die Verbindung ist noch mehr als zuvor unterbrochen. Schuldgefühle beeinträchtigen die Fähigkeit eines Kindes, sich um andere zu kümmern. Der Blick oder der Satz „Das ist mir egal“ täuscht – darunter befindet sich ein Kind mit „gebrochenem Herzen“, es fühlt  sich schlecht und schuldig, dass es überhaupt soweit gekommen ist und es jemand anderen verletzt hat. Es hindert Kinder auch oft daran, über jene Gefühle zu weinen, die sie überwältigten und die Aggression verursachten. Solange sie nicht weinen und diese Gefühle verarbeiten oder entlasten können, werden sie weiterhin Probleme mit ihren aggressiven Impulsen haben.  Deine Aufgabe ist es daher, dass du dich  mit dem Kind  verbindest. Ein Kind, das sich verbunden fühlt, kann seine Ängste heilen. Ein Kind, das sich nicht verbunden fühlt, schafft dies nicht.

Nehme liebevoll Kontakt auf. Es hilft Kindern, die Verbindung wieder aufzunehmen, wenn du ihnen sagst, dass es dir leid tut, und du dir wünschtest, dass du früher da gewesen wärest um ihnen zu helfen. Du könntest z.B. sagen: „Es tut mir leid, dass ich nicht mitbekommen haben, dass Ginger dich verärgert hat. Es ist meine Aufgabe, für Sicherheit zu sorgen.  Ich weiß, dass du sie nicht verletzen wolltest.“

Wenn dein Kind jetzt beginnt zu weinen oder einen Wutanfall bekommt, ist der Heilungsmechanismus in vollem Gange. Höre zu. Manchmal durchbricht die Anwesenheit einer liebevollen Bezugsperson die Kruste der Isolation und die angestauten Gefühle des Kindes kommen an die Oberfläche. Die Gefühle, die es jetzt ausdrückt, sind die Hauptursache des Problems. Es ist möglich, dass es plötzlich wütend auf dich ist, oder Angst vor deiner Berührung und Nähe hat. Diese ängstlichen Reaktionen deuten darauf hin, dass sich dein Kind bei dir sicher fühlt und vertraut, dass du mit seinen schlimmsten und beängstigendsten Gefühlen umgehen kannst. Höre zu, begleite es in seinem Prozess, bis der „Sturm“ vorüber ist und das Kind wieder ruhig ist. Es entscheidet selbst, wann es fertig ist.

Ein Kind, das seine Gefühle nicht zeigen kann, ist nicht schlecht, es fühlt sich nur verloren und isoliert

Manchmal kann ein Kind, das jemanden verletzt hat, nichts fühlen. Schuldgefühle lassen es innerlich erstarren. Es fühlt sich überhaupt nicht sicher. Die beste Vorgehensweise besteht jetzt darin, Kontakt mit ihm aufzunehmen, indem du einige Zeit damit verbringst, aufmerksam zu sein und das zu tun, was es tun möchte. Es geht nicht darum, das Kind für sein „schlechtes“ Verhalten zu belohnen, sondern vielmehr darum, die Verbindung wiederherzustellen. Unter der Oberfläche sind Gefühle, die entlastet werden wollen und in Kürze wird es verärgert über eine Nichtigkeit sein und dir eine weitere Chance geben, ihm zu helfen. Es wird z.B. nicht in der Lage sein, sein Lieblingsspielzeug zu finden, oder es wird sehr ungehalten darüber sein, wie du  seinen Toast schneidest. Der Ärger über eine kleine Sache gibt ihm die Möglichkeit, zu weinen und nachzuholen, was es früher nicht konnte.

Versuche alles zu tun, um Nähe herzustellen und somit die Verbindung zu fördern

Ermutige das Kind, zu dir zu kommen und um Hilfe zu bitten, wenn es verärgert ist. Dies zu tun fällt Kindern nicht leicht, wenn sie unter großer emotionaler Anspannung leiden. Aber allein die Vorstellung, dass es um Hilfe bitten soll, gibt die Richtung an, in die sich die Dinge im Laufe der Zeit entwickeln werden. Nach vielen Wutanfällen und Schreien wird es einige seiner Ängste losgelassen haben und eher zu dir laufen, um Hilfe zu holen, als jemanden zu verletzen, wenn es sich nicht verbunden fühlt.

Verbringe, wann immer du kannst, Zeit mit Spielen und bringe es zum Lachen.  Das Verbinden mit einem liebevollen Erwachsenen im Spiel kann ein wirksames Mittel sein, um das Gefühl der Verbundenheit aufrecht zu erhalten. Es ist dieses Gefühl der Freude und Verbundenheit, das ihm hilft, in der Beziehung mit seinen Freunden und Geschwistern auf dem richtigen Weg zu bleiben.

Denke daran, dass ein aggressives Kind ein verängstigtes Kind ist. Lasse dich nicht von dem Verhalten täuschen, mit dem es versucht, sein zartes Herz zu beschützen. Es ist etwas passiert, das  es erschreckt hat. Es versucht jetzt sein Bestes und wartet darauf, dass jemand, möglicherweise du, bemerkt, das etwas nicht stimmt, näher kommt und fragt, was los ist, zuhört und ihm sagt:  “Du bist ein gutes Kind!“, auch wenn er sich gerade schlecht fühlt.

Wenn du wütend oder verärgert über das aggressive Verhalten deines Kindes bist, dann suche dir jemanden, der dir einen Moment lang ohne Rat oder Beurteilung zuhört (siehe Listening Partnership).  Spreche darüber, wie es dir geht und was du am liebsten tun würdest, wenn das aggressive Verhalten beginnt. Spreche darüber, wie mit Aggressionen in deiner Familie umgegangen wurde. Die meisten von uns empfinden Aggression gegenüber ihren Kindern, wenn diese anderen gegenüber aggressiv sind. Achte auf die Gedanken, die dich zum Lachen, und / oder zum Weinen bringen. Folge diesen Gedanken und löse die angestauten, darunterliegenden Emotionen auf, die dich daran hindern, in Situationen besonnen einzugreifen und dich wieder mit deinen Kindern zu verbinden. Manchmal ist es hilfreich, seinen Zuhörer an den Schultern zu packen und ihn zu schütteln, auf die Couch zu schlagen oder diese aggressive Energie in einer für dich passenden Art und Weise auszudrücken. Diese Zuhörarbeit hilft dir, dich in schwierigen Momenten auf dein Kind zu konzentrieren, anstatt von deinen eigenen emotionalen Spannungen mitgerissen zu werden.

So hat ein Vater einem Kind mit Aggression geholfen:

Mein Freund hat ein sechsjähriges Kind, Johnny, welches seit kurzem aggressiv gegenüber anderen Kindern ist. Ich kenne Johnny seit er zwei Wochen alt ist. Plötzlich nahm er eine Haltung von, „es ist mir egal“ ein. Er ist verbal fordernd, und das macht seiner Mutter Angst und schreckt andere Erwachsene ab. Es bringt ihn beim Spielen in Schwierigkeiten, es isoliert ihn und das kann sich in ein chronisches Mobbingmuster verwandeln. Manchmal schreit er Dinge wie: „Warum bringst du mich nicht einfach um?“, Was seine Familie verwirrt und alarmiert. Ich wurde eingeladen, ein Wochenende mit ihm zu verbringen. Er war froh, dass ich da war.

Von dem Moment an, als er am Samstag morgen aufwachte, nutzte er jede Gelegenheit, um zu spielen. Wir haben viel gerauft, gekämpft, Verstecken und Körperkontakt Spiele gespielt, sind gerannt und haben Zeit auf dem Trampolin verbracht. Ich habe viele Playlistening-Strategien ausprobiert und mich in die ohnmächtige Position begeben, wodurch er aus der hilflosen Kinderposition heraustreten konnte. Er lachte viel, dadurch haben wir eine gute Verbindung aufgebaut. Dann bat er darum, ein jüngeres Nachbarskind einladen zu dürfen. Gemeinsam erkundeten wir die Nachbarschaft und endeten auf einem örtlichen Schulhof. Er und sein Freund versuchten dort, einige Eichhörnchen „zu töten“, indem sie Steine ​​auf sie warfen. Sie lachten. Ich machte mir Sorgen um die Eichhörnchen, entschied aber, dass diese schnell genug wären und setzte hier keine Grenze.

Später wurde Johnny immer herrischer im Umgang mit seinem jüngeren Freund. Er fing an, sein „ich bin der coole Typ“ -Verhalten zu zeigen. Die Spannung zwischen den Jungen nahm zu. Der jüngere protestierte, gab einigen von Johnnys Forderungen nach, wurde aber immer weniger kooperativ. Schließlich schritt ich ein, legte meinen Arm sanft um Johnny und sagte ihm, dass ich ihn nicht so handeln lassen würde. Ich sagte ihm, dass er nicht weiter schreien, brüllen und gemein sein dürfe. Ich wusste, dass sein Verhalten nicht den Werten seiner Familie entsprach. „Das ist nicht die Art, wie wir mit Anderen umgehen“, sagte ich. Er protestierte, wollte gehen und war sauer auf mich. Ich sagte ihm, ich möchte, dass er bei mir bleibt. Ich erinnerte ihn daran, dass ich ihn sehr mochte. Ich legte meine Arme um ihn. Er fing an, gegen mich zu kämpfen und schließlich zu weinen.

Während er weinte, sagte ich: „Johnny, ich kenne dich. Ich weiß, dass du nie so mit anderen Kindern gesprochen hast. Ich weiß, dass du nie Streit gesucht hast. Ich habe noch nie gesehen, dass du dich so verhältst. Was hat dich dazu gebracht? «Er weinte lange. Ich legte meine Arme locker um ihn, da er sonst weggelaufen wäre und ermutigte ihn, fest gegen meine Hände zu drücken. Von Zeit zu Zeit fragte ich: „Was ist passiert?“ Er sagte immer wieder: „Ich möchte, dass meine Mutter (die gekommen war und in der Nähe saß) mich hält!“ Nach einer Weile sagte er nachdrücklich. „Ich werde es dir nicht sagen! Lass mich los! “Ich antwortete: „Noch nicht. Ich blieb und hörte noch etwas zu – langsam kamen wir der Sache auf den Grund. Ich fragte ganz sanft, was passiert war, und er weinte weiter.

Dann endlich erzählte er mir von dem Vorfall, der ihn so erschreckt und verletzt hatte: Ein anderer Junge war genauso unfreundlich mit ihm umgegangen, wie er jetzt seine Freunde behandelte und hatte ihn ins Gesicht geschlagen. Er hatte sich nicht verteidigen können. Er weinte noch mehr, jetzt war er ganz nah bei mir. Er schluchzte und weinte heftig.

Er ist seitdem weicher. Später an diesem Abend, als wir mit einer anderen Familie zusammen unterwegs waren, hatte ein anderer Freund von ihm große Gefühle. Er wollte unbedingt, dass seine Mutter ihn „jetzt sofort“ nach Hause bringen sollte. Johnny war sehr unterstützend, als sein Freund weinte und protestierte. Er wirkte sehr sanft und beruhigend auf den Jungen ein. Ich denke, dass er wahrscheinlich noch mehr weinen muss, um sich vollständig von den Gefühlen zu befreien, die ihn dazu bringen, sich schlecht zu benehmen. Aber wir haben schon ein gutes Stück geschafft.

– Ein Vater in den Vereinigten Staaten

Steffi Weh

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